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40 Jahre JCG

GERSHEIMER JUDOKAS BEIM SELBSTVERTEIDUNGS-LEHRGANG
 

Die Sportler des JC Gersheim hatten beim Selbstverteidungs-Lehrgang auf der Folsterhöhe am Samstag, den 21. November viel Spaß, entdeckten neue Facetten ihres Sports und sind nun etwas besser gewappnet für brenzlige Situationen.

Gersheim. Für viele Außenstehende mögen Judokas als Selbstverteidigungsprofis gelten, die Realität sieht aber meistens anders aus. Normalerweise sind die Trainingseinheiten nämlich eher wettkampforientiert, es geht um das Einstudieren verschiedener Wurftechniken und darum, wie ich meinen Partner schnellstmöglich zu Fall bringe.

„So weiß auch ein geübter Judoka oft nicht, wie er auf einen handgreiflichen Angriff reagieren soll.“, erzählte Bernd Linn, der deshalb zum Judo-Selbstverteidigungs-Kurs beim JC Folsterhöhe geladen hatte. Linn ist selbst Judoka und gilt im Saarland als einer der größten Verfechter der judospezifischen Selbstverteidigung (SV). In einer theoretischen Einstimmung berief er sich auf die Wurzeln des Judosports, der sehr wohl auch die Selbstverteidigung als Ziel hatte, wie die Atemi-Techniken, die sogenannten Schlag- und Tritttechniken, beweisen.

Außerdem stellte Linn wichtige Unterschiede zwischen der Judo-SV und dem „normalen“ Judosport heraus. So findet beim klassischen Judo beispielsweise der Kampf immer auf der Matte statt und das Gegenüber reagiert auch mit Judo, womit man bei einer Selbstverteidigungssituation natürlich nicht rechnen kann. Nach einer abschließenden Diskussion über Notwehr juckte es die Kursteilnehmer dann aber in den Fingern, sie wollten endlich auf die Matte und sich ausprobieren.

Die Trainingseinheit begann mit einem Spiel, in dem es um die Schulung der Reaktion ging, indem man versuchen musste, Schläge auf den Rücken abzuwehren. Anschließend führte Linn in das Universum der Schläge, Stöße und Tritte ein, lehrte beispielweise den Faust- und Hammerschlag oder den Ellbogenstoß, welche dann mithilfe eines Abwehrschildes, wie man es aus dem Boxen kennt, eingeübt wurden.

In einem nächsten Schritt war dann der Partner das Trainingsobjekt, welcher natürlich versuchen sollte, die Schläge und Tritte des Gegenübers ent-weder zu blocken oder weiterzuleiten. Im zweiten Abschnitt des Trainings ging es dann darum, verschiedene Wurf-, Hebel- und Würgetechniken aus dem Grün- und Blaugurt-Programm selbstverteidigend anzuwenden. Dabei ging es nicht nur um die korrekte Ausführung der Technik, was ohne den Judoanzug eine ganz neue Herausforderung darstellte, sondern auch um das Verhalten nach dem Wurf ‒ eben nicht liegen bleiben wie im gewöhnlichen Training, sondern Schlag verpassen und von der Gefahrenquelle entfernen.

Für die Teilnehmer war es besonders eindrucksvoll, zu sehen mit wie wenigen und teils einfachen Handgriffen, wie z.B. dem Umbiegen und Hebeln der gestreckten Finger, man jemanden jammernd in die Knie zwingen kann. So gingen die Judokas am Ende des sechsstündigen Lehrgangs nicht nur mit einigen blauen Flecken nachhause, sondern mit einer großen Auswahl an Schlag-, Tritt-, Block-, Hebel-, Würge- und Wurftechniken zur Selbstverteidigung.




 
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